Pinky (Pinnacles – Sandy Cape – Port Gregory – Kalbarri)

Auf dem Weg zu den Pinnacles bei Cervantes mussten wir nochmals durch Perth, der Megacity in Western Australia. Wir nutzen nochmals die Chance und steuerten einen Aldi an um unsere Vorräte wieder aufzufüllen und frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Von hier sind es knapp 200 km die Westküste nach Norden entlang bis zum Nambung NP, wo die Pinnacles Dessert liegt.

 

 

Kurz bevor das Visitor Center schloss sind wir angekommen und haben uns noch ein paar Infos besorgt. Dann haben wir die erste Runde mit unserem Camper gedreht. Eine 4 km lange Sandstrasse führt durch die Pinnacles, an der immer wieder kleine Parkbuchten vorhanden sind, um das Auto abzustellen und Fotos machen zu können. Wir wollten uns für den Sonnenuntergang uns einen schönen Spot aussuchen. Das dachten viele andere auch, so waren wir hier leider nicht die Einzigen. Auf unserer zweiten Runde war unsere ausgewählte Parkbucht schon belegt und wir mussten an der nächsten halten. Aber alles kein Problem, man kann zu Fuss zwischen den Pinnacles herumlaufen. Die Pinnacles selbst sind übrigens Kalksteinsäulen, die bis 3,5 m hoch sind. Viele ähneln Grabsteinen, manche wie Stelen, manche haben Löcher und sind mehrfarbig. Über die Entstehung ist man sich nicht ganz sicher, es gibt mehrere Theorien hierzu, wer will kann bei Wikipedia dazu gerne mehr erfahren 😊.

Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns erstmal ein paar Sandwiches und warteten bis es richtig dunkel wurde, da ich noch gerne Fotos bei Nacht machen wollte. Leider darf man im NP nicht campen. So gegen 20:00 Uhr haben wir dann ein paar Fotos mit uns und Pinnacles und nur Pinnacles und Milchstraße geschossen, aber wir hatten nicht so viel Zeit, da der Mond (fast Vollmond) kurz vom Aufgehen war und das wäre dann zu hell.

Da wir auf dem Weg schon einen Stellplatz in Cervantes telefonisch vorgebucht hatten, war es auch kein Stress als wir erst gegen 21:00 Uhr am Campingplatz waren. Oft sind die Büros nur bis 17:00 oder 18:00 Uhr geöffnet.

Cervantes ist ein kleines Städtchen mit ca. 500 Einwohnern, hat schöne Strände zu bieten, und viele Tourigruppen halten hier um im Lobster Shack Langusten zu essen. Wir sind aber am Vormittag erst noch in der Hangover Bay mit unserem Camper ein wenig am Beach entlang gefahren und haben das Meer und den Strand genossen, ganz ohne Hangover. Am Kangaroo Point kurz danach fanden wir dann auch noch drei Kängurus im Schatten liegen, passend zum Namen. Dann steuerten wir auch den Lobster Shack an, um Fish & Chips zu futtern und Prawns für den Abend zu bunkern. Der Laden war brechend voll mit Reisegruppen aus Asien…

Von Nina und Burki hatten wir den Tipp bekommen weiter im Norden am Sandy Cape Campground zu campen. Der Campingplatz ist sehr einfach, aber sehr schön hinter Dünen direkt an der Bucht gelegen. Noch einen kleinen Sprung ins erfrischende Wasser, einen Glass Weißwein und dann wurden die Prawns auf dem Barbecue gegrillt. Dazu gabs einen leckeren asiatischen Nudelsalat, von dem wir auch noch die nächsten Tage futtern konnten, war ja auch ein großer Topf voll.

Am nächsten Tag war es auch wieder sehr windig, so dass man das Gefühl hatte, man wird sandgestrahlt als wir zum Sandy Cape Lookout gelaufen sind. Aber die Aussicht in die Bucht war trotzdem sehr cool.

Wir hatten leider am Abend bemerkt, dass unsere zweite Gasflamme nicht mehr richtig funktionierte und haben über Apollo, unseren Autovermieter, einen Termin in einer Werkstatt in Geraldton, der nächsten größeren Stadt, bekommen. Daher hatten wir nicht so viel Zeit uns Green Head und Dongara anzusehen, aber in Dongara machten wir Halt und hatten einen leckeren Eiscafe in der von Feigenbäumen gesäumten Hauptstrasse. In Geraldton fuhren wir also in die Werkstatt, wo man unseren Gasbrenner austauschte, wir wollten ja nicht die nächsten 5 Wochen mit nur einer Flamme unterwegs sein. Wie üblich haben wir wieder Frisches eingekauft, da unser Kühlschrank nicht sehr groß ist und frische Sachen leider auch nicht sehr gut darin haltbar sind. Irgendwie ist hält er die Temperatur nicht so konstant, mal ist es kalt, mal zu kalt, nicht wie zu Hause mit Bio-Fresh. Wir haben noch ein wenig Sightseeing gemacht, einen kleinen Lunch zu uns genommen und sind dann nach Port Gregory zum Pink Lake gefahren, das waren nur 1:30 h zu fahren und dazwischen gab es nicht viel zu sehen. Am späten Nachmittag kamen wir am Pink Lake an, aber leider war er nicht ganz so pink, wie wir dachten. Wir hörten, dass es am Vormittag am besten sein soll, da würde er in seiner pinkfarbenen Pracht so richtig strahlen. Die Farbe stammt aus einer Kombination von Algen und Bakterien welche das Pink erzeugen. Dieser natürliche Farbstoff wird übrigens hier als Lebensmittelfarbe industriell gewonnen. Wir wollten und das am nächsten Morgen nach unserer Nacht auf dem Campground von Port Gregory nochmals anschauen.

Und es war tatsächlich am nächten Morgen viel besser, der Salzsee leuchtete mal richtig pinky, je nachdem wie man draufschaute mehr oder weniger. Also war wieder mal eine kleine Fotosession dran, vom See, mit Spiegelungen, Selfies, wie immer halt das volle Programm 😊. Und es war heiss, wir hatten im Wetterbericht schon gesehen das es heute 40° an unserem nächsten Ziel haben soll, dem Kalbarri NP. Schon beim Frühstücken gegen 9:00 Uhr war es schon so richtig heiss, wie man sich halt auch Australien so vorstellt, kein Vergleich mit Tasmanien oder der Südküste, wo wir zuvor unterwegs waren. In Kalbarri angekommen, steuerten wir einige Lookouts an, hier ist eine Steilküste von der man schön auf das Meer herunterschauen kann. Ab Mai ziehen hier die Wale vorbei, dafür sind wir zu früh dran. Von einem Parkranger bekamen wir den Tipp beim Red Bluff schnorcheln zu gehen. Dort ist ein Strand und an der Seite findet man tolle Felsformationen, die uns an die Painted Cliffs auf Maria Island erinnern. Das Schnorcheln war ganz nett, aber es hat hier noch keine Korallen. Wir fanden einige Rifffische und das Wasser war auch recht klar. Wir genossen den Nachmittag hier, assen unsere Reste vom Nudelsalat und wanderten ein wenig an den Felsen herum. Abends gings in Kalbarri auf den Campground, wo wir uns auf eine schöne Dusche freuten, endlich das Salzwasser wieder runter.

Am nächsten Morgen waren wir ein wenig früher wach, machten uns ein leckeres Müsli und starteten durch. Aber da jeden Morgen Pelikanfütterung genau gegenüber vom Campingplatz ist, machten wir noch einen 15 min Stopp um uns das anzusehen. Drei Pelikane wurden von kleinen Kindern mit noch kleineren Fischen gefüttert, war ganz nett. Dann gings wieder in den Kalbarri NP, diesmal im Landesinneren. Als erstes sind wir zum Nature‘s Window Lookout gefahren, dem wohl berühmtesten Fotomotiv hier im NP. Hier war auch ganz schön was los. Das Fenster läd aber auch zum Knipsen ein. Wir warteten kurz bis wir dran waren. Mit beiden Kameras und unterschiedlichen Objektiven legten wir los, nur Fenster, mit uns, mit einem … Wir liefen dann noch ein paar hundert Meter weiter und fanden noch eine andere sehr schöne Stelle. Nach dem ersten Lookout fuhren wir noch zum Z-Bend, wo der Fluss einige Kurven (soll wohl ein Z sein) macht und schauten uns den Lookout an. Joana wollte zuerst noch zum Fluss runter, aber wir hatten das Wasser im Auto und 2 Stunden bei der Hitze wollten wir dann doch nicht laufen. Uns war es dann einfach zu heiss um weiter herumzulaufen und entschieden uns deshalb zurück an die Stände zu fahren um eine kleine Abkühlung zu bekommen. Noch schnell vollgetankt und beim Inder bei der Tanke noch ein Curry mitgenommen. Das gabs dann bei der Lagune an einem schönen Picknickplatz. Wir wollten dann noch das Blue Hole testen, das soll auch ein sehr guter Schnorchelspot sein. Leider war aber Ebbe und es gab viel Wind und Wellen. Ergebnis, schlechte Sicht und wenig Spass. Da es zum Baden auch nicht so schön war, sind wir nochmals zu unserem Lieblingsstrand dem Red Bluff zurück und dort ins Wasser gehopst. Noch beim zugehörigen Lookout die Steilküste angeschaut, die hier übrigens aus Sandstein ist und viel Eisen enthält, darum auch die rote Farbe. Ansonsten findet man an der Westküste Kalkstein.

Den letzten Stopp bevor wir ans Cape Peron weiterfahren, das an der Shark Bay liegt, machten wir an einem Highway Rastplatz, wo man für 24 Stunden stehen darf, Toiletten gibt’s auch und noch viel mehr Fliegen.

Generell ist es ist es in den letzten Tagen ja sehr heiss geworden (zeitweise über 40°) und unsere alten Freunde sind auch wieder zurück, die Fliegen. Kaum ist man aus dem Auto ausgestiegen, schwirren sie um einen herum. Besonders im Gesicht nerven die Plagegeister. Nicht selten hat man mehr als 20 dieser schwarzen Viecher an sich hängen, aber sobald die Sonne untergegangen ist sind sie plötzlich weg. Was die wohl machen, wenn keine Touris da sind?

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