Grün, Grün, Grüner – Tasmanien (Launceston – Cradle Mountain – Stahan / Gorden River – Mount Field NP)

Unsere Zeit in Tasmanien ist wie im Flug vergangen, wir sitzen am Flughafen in Hobart und warten darauf, dass das Boarding für unseren Flug nach Perth losgeht.

Die letzten fünf Tage haben wir im Landesinneren verbracht und die andere auch sehr faszinierende Seite von Tasmanien gesehen – die riesigen Regenwälder im Zentrum und im Westen.

 

 

Einen ersten Blick auf Wälder und Wasserfälle konnten wir unterwegs auf einem kleinen Walk zum Halls Fall werfen. Schöner Farnwald und moosbewachsene Bäume, davon sollten wir in den nächsten Tagen noch mehr zu sehen bekommen, und doch war jeder Wald etwas anders. Auf dem weiteren Weg zum Cradle Mountain NP verbrachten wir die Nacht in Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens. Abends gingen wir lecker indisch essen und am nächsten Morgen gab es direkt gegenüber von unserem Hotel einen netten kleinen Markt, wo wir Cafe und leckerste Croissants fürs Frühstück fanden. Anschließend mussten wir shoppen gehen, Domi hatte seine schöne Softshelljacke in Auckland am Flughafen verloren und unser GoPro Stick war abhanden gekommen (schon wieder zwei Dinge auf der Verlustliste). Da es in den Bergen kalt und regnerisch werden sollte, war die neue Jacke eine gute Investition.

Gegen Mittag fuhren wir weiter, bis wir nach Sheffield kamen. Dort war einiges los, es war Steamfest, wir schauten uns etwas um, aßen eine Kleinigkeit in einem kuriosen Cafe und fotografierten ein paar der Murals (Wandgemälde), für die der Ort bekannt ist. Viele der kleinen Örtchen lassen sich irgendetwas einfallen, um durchfahrende Touris zum Anhalten zu bewegen und in die Lädchen und Cafes zu locken.

Am Nachmitttag kamen wir am Cradle Mountain an und checkten in unsere Cabin ein – top ausgestattet mit Küche und bereits laufendem Heizlüfter. Wir schauten uns kurz im Visitorcenter gegenüber vom Campground um und holten unser Ticket für den Shuttlebus, der von 8 – 5:30 Uhr in den Park reinfährt, da das Sträßchen zu klein für viel Verkehr ist. Weil noch genügend Zeit war fuhren wir gleich mal in den NP rein und warfen den ersten Blick auf den Dove Lake und den Cradle Mountain, leider waren die Spitzen in den Wolken versteckt. Abends gabs Nudeln mit Tomatensauce in unserem Hüttchen, und es musste mal wieder Wäsche gemacht werden. Auf dem Weg dahin hoppelten uns die Wallabys über den Weg…

 

Für den nächsten Tag hatten wir uns einen 3-4 stündigen Hike ausgesucht, von Ronnys Creek durch Grasslandschaften langsam hoch zum Crater Lake und weiter zum Marion Lookout. Das letzte Stück ging es ganz schön steil nach oben, aber die Aussicht war super! Trotz des ziemlich bewölkten Wetters zeigte sich der Cradle Mountain über dem Dove Lake ein paar Minuten fast wolkenfrei und es kam sogar kurz die Sonne heraus. Oben auf etwas über 1200 m war es ganz schön frisch und windig und ich war über meine drei Jacken sehr froh 😉. Zum Abschluss der Tour gings noch an ein paar kleineren Seen vorbei bis wir wieder am Dove Lake rauskamen und den Shuttle zurück nahmen. Wir freuten uns auf etwas Luxus für die nächste Nacht, wir hatten das letzte Zimmer in der Cradle Mountain Lodge ergattert, und genossen die Whirlpoolbadewanne und den Kamin.  Da wir erst auf 9 Uhr einen Tisch im Restaurant bekommen haben, fuhren wir um 6 kurzerhand nochmal selbst durch den NP auf der Suche nach mehr Wombats und in der Hoffnung, dass es einen schönen Sonnenuntergang gibt. Leider schüttete es wie aus Kübeln…

Der Weg zum Abendessen im Hauptgebäude der Lodge führte an einem Bach entlang durch Mooswald und wir begegneten wieder einigen Wallabys, auf dem Rückweg fanden wir ein Wombat direkt vor unserem Zimmer. Ansonsten haben wir im Cradle Mountain NP leider nicht so viele Tiere gesehen wie erhofft, einen Echidna nur kurz aus dem Shuttlebus und ein Possum sahen wir nur kurz im Baum verschwinden.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen wollten wir nur noch einen kleinen Walk machen und nicht nochmal in den Park reinfahren. Also entschieden wir uns für den kurzen Kyvnestfalls Walk. Hauptattraktion waren allerdings gar nicht die Wasserfälle, sondern der superschöne Märchenwald, durch den der Weg führte – einfach zauberhaft!

Gegen Mittag war es Zeit weiter nach Strahan an der Westküste zu fahren, es gab nur einen nennenswerten Stopp auf der 200 km langen Fahrt – das waren die Henty Dunes kurz vor Strahan. Wir kletterten die 30 m hohen Dünen hinauf machten einige Fotos und rannten wieder hinunter. Danach mussten wir erstmal Schuhe und Socken ausschütteln, wir hatten einen halben Sandkasten mitgebracht. Vor dem Abendessen machten wir uns nochmal auf die Suche nach einen Platypus (Schnabeltier) an den Hogarth Falls in der Nähe unserer Unterkunft ohne eins zu sehen.

Schon ein paar Tage vorher hatten wir in der I-Site in Launceston für den Dienstagmorgen eine Cruise auf dem Gorden River gebucht. Dies ist die einfachste Art den größten Fluss Tasmaniens und die riesigen, undurchdringlichen Wälder, die auch als Unesco Weltnaturerbe geschützt sind, zu erleben. Wir kamen uns etwas wie auf einem Rentnerausflug oder wie auf einer Minikreuzfahrt vor, zusammen mit dem Captain und den Mädels an der Bar, waren wir die Jüngsten an Bord. Zuerst ging es über den Maquarie Harbour Richtung Meer zum Hells Gate und Ocean Beach, wo es riesige, bis zu 20 m hohe Wellen geben kann. An diesem Tag hatten wir aber Glück mit dem Wetter. Obwohl Wolken und 90% Regenwahrscheinlichkeit vorausgesagt waren (hier regnet es immerhin auch 300 Tage im Jahr), bekamen wir nur ab und zu einen kleinen heftigen Schauer ab, dazwischen zeigte sich jedoch immer wieder die Sonne. So waren die Wellen auch nicht allzu groß. Auf dem Weg den Fluss hoch kamen wir zuerst an Lachs- und Forellen-Zuchten vorbei und dann an Sarah Island, der früher gefürchtetsten Gefängnisinsel ganz Australiens. Es gab einen 40-minütigen Walk über die Insel mit einem Guide, der die Schauergeschichten der Insel erzählte und wie es dazu kam, dass dies im 19. Jahrhundert die produktivste Schiffswerft Australiens wurde… Wieder auf dem Schiff wurde der Fluss schmaler und der Wald immer dichter. Für uns gab es erstmal ein leckeres Lunchbuffet und ein Gläschen Sekt.

Nach einigen Flusswindungen erreichten wir Heritage Landing, einen Landungssteg, an dem wir alle ausgeladen wurden und wie die Ameisen ein paar Hunter Meter auf Boardwalks durch den Regenwald laufen konnten. Der Wald war ganz schön, sehr dicht und die Bäume voller Moos, aber mit den 200 Fuß-lahmen Rentnern um uns herum konnten wir den Walk nicht wirklich genießen. Den Märchenwald am Tag zuvor hatten wir abgesehen von ein paar Wallabys ganz für uns allein gehabt, das hatte uns wesentlich besser gefallen. Aber alles in allem war die Schiffstour trotzdem sehr schön, und vor allem war der Captain sehr unterhaltsam und erzählte viel über die Gegend. Langsam ging es dann schon wieder den Fluss runter zurück nach Strahan. Währenddessen – er regnete gerade mal wieder – zeigten sie noch eine interessante Doku über die Huon Piners – Holzarbeiter, die Anfang des 20. Jhdt. die wertvollen und uralten Huon Pines in den Wäldern Tasmaniens schlugen und über den Gordon River abtransportierten. Die Huon Pines, die nur 1mm im Jahr wachsen und über 3000 Jahre alt werden, liefern auch heute noch sehr begehrtes Holz, allerdings dürfen sie nicht mehr geschlagen werden. Da das Holz ein ätherisches Öl enthält, welches verhindert, dass sie von Würmern befallen werden oder verrotten, können heute noch vor 100 Jahren gefällte, liegengebliebene und angeschwemmte Bäume verwertet werden. Nach dem Anlegen des Schiffes in Strahan konnten wir uns noch eine alte Sägemühle anschauen, die heute noch betrieben wird.

So langsam mussten wir zusehen, dass wir Richtung Hobart kamen, nur noch eine Nacht bevor wir heute unser Auto abgeben mussten. Von Strahan ging es auf der einzigen Straße vom Westen in den Südosten Richtung Hobart. Den ersten kurzen Zwischenstopp legten wir in Queentstown ein, einer alten Minenstadt mit netten historischen Gebäuden und einem Lookout auf den sog. „Iron Blow Out“. Dies ist ein tiefes Loch im Berg mit türkisem See, in dem die Felsen in vielen Farben schillerten. Dort erwischte uns nach ein paar Fotos ein heftiger Hagelschauer.

Leider blieb uns nur Zeit für einen weiteren Walk, diesen machten wir bei den Nelson Falls, wieder ein schöner Wald mit einem Wasserfall, aber leider auch ohne Platypus. Die anderen Walks mussten wir schweren Herzens links liegen lassen, hielten aber noch ein paar Mal an um Bilder vom Wald zu machen, den Regenbögen und schönen Abendlichtstimmungen im Eukalyptuswäldchen, die kurz vor Derwent Bridge den dichten Regenwald ablösten. Im urigen Wilderness Hotel in Derwent Bridge verbrachten wir unsere letzte Nacht auf Tasmanien, nach einem leckeren Curry, für das der Sri Lankanische Koch dort bekannt ist.

Am nächsten Morgen unterhielten wir uns beim Frühstück mit Andi und Kisten aus dem Rheinland über unsere Reisen, die beiden sind ebenfalls länger unterwegs mit einem Camper, wie wir ihn morgen in Perth übernehmen, und wir konnten auch schonmal einen Blick hineinwerfen.

Die letzten Stunden in Tasmanien wollten wir nochmal in einem schönen Nationalpark verbringen. Der Mount Field NP lag genau auf dem Weg nach Hobart und zumindest zwei der kürzeren Walks konnten wir noch unterbringen. Zuerst mal mussten wir aber noch Zittern, ob das Benzin bis zur nächsten Tankstelle reicht – plötzlich leuchtete die Tankanzeige auf… Als wir ein paar km später mal wieder Netz hatten sagte google, dass es noch 45 km bis zur nächsten Tankstelle wären! Ob wir das schaffen würden?!? Ich sah uns schon am Straßenrand stehen und zur nächsten Tankstelle trampen. Aber ein Glück weiß google doch nicht alles und ca. 15 km später zeigte uns ein Schild am Strassenrand einen Campground mit Tavern und Tanksäule an! Und es war sogar geöffnet 😊. Nun konnten wir entspannt weiterfahren und wie geplant die Russel Falls und die Big Trees im Mount Field NP anschauen. Wiedermal ein schöner Weg durch einen schönen Wald – aber alle Wälder sind hier unterschiedlich, so wird das nicht langweilig – zu einem schönen Wasserfall. Obwohl es die letzten Tage ja genug geregnet hatte, kam nicht wirklich viel Wasser runter. Die großen Bäume waren in diesem NP Swamp Gumtrees – um die 100 m hohe Eukalyptus-Bäume, die im feuchten Wald stehen. Auch sehr hübsch. Noch einen kleinen Blick auf die Flüsschen, ob sich denn nicht doch noch ein Platypus zeigte und dann war es leider Zeit nach Hobart zu fahren. Wir hatten einiges an Puffer eingerechnet und so reichte es noch, um eine Kleinigkeit zu essen. Um 5 gaben wir unser Auto ab und wurden zum Flughafen gebracht. Der Flughafen in Hobart ist ziemlich klein und so waren wir nur wenige Minuten später am Gate und ich hatte Zeit den Artikel zu schreiben…

Allerdings müssten wir nun noch die Bilder sortieren und alles uploaden, mit etwas Glück bekommen wir das hier dann morgen oder übermorgen online, wenn wir in Perth im Warmen sitzen…

2 thoughts on “Grün, Grün, Grüner – Tasmanien (Launceston – Cradle Mountain – Stahan / Gorden River – Mount Field NP)

  1. Liebe Jonny, lieber Domi,
    endlich habe ich mal wieder Muße hier eure Bilder anzuschauen. Tasmanien ist ja eine Wucht landschaftlich, so schöne Bilder und der Märchenwald, ein Traum, da will ich auch gerne mal wandern! Wird in diesem leben wohl nicht mehr zum klappen kommen. ;-)
    Das tasmanische Rotkelchen ist süss und die Riesenfarne…..
    Die Zeit ist so schnell dahin, wollte eigentlich noch einige Freunde besuchen, aber die Relation von Zeit und Tun verädert sich beim älterweden drastisch !! Immer ist die Zeit knapp.
    Dicke Umarmung und noch sehr schöne Resturlaubstage wünscht euch Sylvia

  2. Liebe Grüße und danke für die textliche Erwähnung. :-)
    Tasmanien hat auch uns super gefallen und wir hätten dort gerne etwas mehr Zeit verbracht. Insbesondere der Cradle Mountain gehört für uns bisher zu den Highlights in Australien.
    Mittlerweile sind wir an der Great Ocean Road unterwegs. Leider ist es hier seit 4 Tagen neblig und verregnet.
    Eure Fotos und auch der gesamte Blog sind wirklich der Hammer…sehr professionell gemacht. Besonders neidisch bin ich ja auf euren „Pink Robin“.

    Wir wünschen Euch weiterhin viel Spass auf Eurer Reise…und vielleicht sehen wir uns ja in Singapur.
    LG Kirsten & Andi

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