Nach Regen kommt Sonnenschein (Welligton – Putangirua Pinnacles – Cape Palliser)

Auf der Flucht vor Zyklon Oma gings südwärts Richtung Wellington. Laut Wettervorhersage sollte es ja übers Wochenende schlecht sein, und ab Montag wieder besser werden. Unser ursprünglicher Plan war es mit der Fähre von Wellington auf die Südinsel überzusetzten und noch den Abel Tasman Nationalpark zu besuchen, aber bei schlechtem Wetter machte das kein Sinn und die Fähre hätte ja auch noch einige Dollar gekostet. Unsere Überlegung war deshalb das schlechte Wetter in einer Stadt zu verbringen, da hat man auch mehr Möglichkeiten was zu unternehmen.

 

Die Nacht von Samstag auf Sonntag blieben wir noch auf einem kleinen Campingplatz kurz vor Wellington an der Kapiti Coast in Paekakariki. Dieser lag nah am Meer, war günstig und ruhig, was will man mehr. Am nächsten Morgen kam dann das schlechte Wetter, die ganze Nacht hatte es schon gestürmt, war aber noch trocken. Bei Regen fuhren wir nach Wellington rein, parkten und suchten uns in der Cuba Street ein nettes Cafe zum Frühstücken. Viele der Cafes waren sehr voll, aber wir fanden noch einen kleinen Tisch im Olive Cafe. Da es direkt in Wellington keinen guten Campground gibt, hatten wir uns im Richmond Guest House ein Zimmer gebucht zentrumsnah und mit gratis Parkmöglichkeit. Die Unterkunft lag am Victoria Hill und war mit Abstand das günstigste, was wir gefunden haben – billiger als manch ein Campground! Das B&B war schon über 100 Jahre alt, was man ihm auch ansah. Es roch leicht muffig, aber für eine Nacht würde das schon gehen. Wir bekamen im unteren Geschoss ein Zimmer mit 4 Betten, wobei das Doppelbett sehr weich und durchgelegen war und wir in der Nacht immer wieder in die Mitte rollten. Nach dem Einchecken gegen Mittag schnappten wir uns erstmal direkt unsere Regenjacken und liefen in die City, es waren zu Fuß nur 15 Minuten. Wir besuchten das Te Papa, ein kostenloses Museum für Kultur und Geschichte. Für mich war es ein wenig zu modern gestaltet, alles mit viel Multimedia und Kindgerecht, aber es war trotzdem ganz nett. Shopping war nicht angesagt, es war ja Sonntag, aber wir machten noch einen kurzen Abstecher mit dem Cable Car hoch zu den botanischen Gärten. Dabei war der Regen ganz unbeständig, manchmal goss es richtig, dann war es wieder trocken. Am Abend waren wir noch lecker asiatisch essen und ließen den Tag mit einem Cocktail ausklingen. An diesem Wochenende fanden zwei große Events statt, ein Music and Art Festival und das National Kapa Haka Festival (Wettbewerb in traditionellen Maori Tänzen und Gesängen), welches alle zwei Jahre stattfindet. Den Besuch des Open Air Haka Festivals hatten wir gestrichen, dafür war das Wetter einfach zu schlecht, vom Music and Art Festival haben wir leider auch nichts mehr zu sehen bekommen, da dies ebenfalls im Freien stattfinden sollte.

Montag wurde es dann schon langsam besser, nochmal zum Frühstücken in die Cuba Street, diesmal im Fiedel´s Cafe. Noch ne kleine Runde an der Waterfront vorbei und dann gings weiter – wir machten einen kleinen Umweg auf die andere Seite des Viktoria Hills zu den Weta Caves. Dies ist eine bekannte Filmschmiede, die sich auf Special Effekts und das Herstellen von Requisiten, Masken usw. für Kinofilme spezialisiert hat. Bekannt wurden Sie vor allem mit Herr der Ringe, Avatar, King Kong usw. Hier konnten wir einen kurzen Einblick in die Entstehung von Blockbustern sehen, war kostenlos und sehr informativ. Aber wir hatten nun genug von der Stadt und es zog uns wieder in die Natur.

Unser nächstes Ziel waren die Putangirua Pinnacles, die östlich von Wellington an der Südküste  lagen. Dort ist auch ein kleiner DOC Campground, auf dem wir uns einen Platz hinter einem Busch suchten, da es doch noch stark stürmte. Da wir noch Zeit hatten bevor es dunkel wurde machten wir uns zu den Pinnacles auf. Laut Wegweiser dauert der Hike ca 1,5 h, der Weg führte uns zuerst durch den Wald bis wir bei der Aussichtsplattform ankamen. Und wir hatten mal wieder Glück mit dem Licht. Gerade angekommen hatten wir ca. 10 min Sonnenschein bevor der Nieselregen wieder einsetzte. Ein wenig erinnern die Pinnacles an den Bryce Canyon in den USA, allerdings sind diese hier komplett grau und kleiner. Der Putangirua Fluss formt die Pinnacles seit mehr als 120000 Jahren. Auf dem Rückweg durch ein Bachbett immer wieder das gleiche Spiel, Regenjacke auf, Regenjacke zu. Die Nacht war dann wolkenfrei aber auch verdammt kalt, dafür war es am nächsten Morgen strahlend blau.

Weiter gings zum Cape Palliser, dem südlichsten Punkt der Nordinsel, auf dem auch ein Leuchtturm steht. Auf dem Weg dorthin an der Küste lang sahen wir Seelöwen auf den Felsen herumliegen, von denen wir einige Fotos machten. Zum Leuchtturm führte eine steile Treppe hoch, 252 Stufen. Oben angekommen hatten wir einen grandiosen Ausblick über die Küste. Wir konnten sogar die Kaikura Range auf der Südinsel sehen, welche mit Schnee bedeckt war. Am Wochenende muss es in den Bergen geschneit haben, kalt genug war es ja auch…

Vom Cape aus fuhren wir dann die Weinstrasse (NZ Classic Wine Trail) über Martinborough Richtung Hastings. Weinstrasse ist hier vielleicht zu viel gesagt, alle 30 oder 40 km kam mal ein Weingut, ansonsten nur Farmland mit Kühen und Schafen. In Cliffton an der Ostküste angekommen fanden wir einen freien Campspot direkt am Meer. Gegenüber lag das Weingut Elephant Hill mit Restaurant, wo wir sehr lecker gegessen und natürlich auch den Wein probiert haben.

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