Far North (Ninety Mile Beach – Cape Reinga – Spirits Bay – Waitangi – Orere Point)

Unser Ziel für den nächsten Tag (Freitag) war die äußerste Nordspitze der Nordinsel – Cape Reinga. Morgens machten wir nach Duschen und Camper Aufräumen einen kurzen Abstecher zum Ninty Mile Beach. Im Gegensatz zum Abend vorher war heute der Himmel strahlend blau – ein paar 4WDs und Fischer, viele Möwen, Basstölpel (northern gannet) und Sand, Sand, Sand soweit das Auge reicht… Kurzer Frühstücks- und Einkaufsstopp in Kaitaia auf dem Weg und dann ging es ca. 100 km den Highway 1 nach Norden durch grünes Farm- und Weideland. Wobei Highway etwas übertrieben ist, die Strassen hier sind eher vergleichbar mit unseren Landstraßen, sehr kurvig und selten schneller als 80 km/h zu fahren.

Der erste Stopp war am Rawara Beach, ein unglaublich feiner weißer schöner Sandstand mit coolen türkisblauen Wellen. Nach einigen Fotos und einem kleinen Strandspaziergang gings weiter, das Wasser war uns etwas zu kalt für ein Bad. Die Landschaft wurde bewalteter und es gab schöne Ausblicke auf die Küste und die Harbours (Meeresarme die sich ins Land gefressen haben). Oft gibt es dort Zuflüsse von kleineren oder größeren Flüssen, die Dünen und Sandbänke formen und meist sehr fotogen sind.

Am frühen Nachmittag kamen wir am Cape an und bewunderten die Aussicht auf den Leuchtturm. Hier treffen Tasman Sea und Pazifik aufeinander, die starken Strömungen sind von oben gut sichtbar. Für die Māori ist dies einer der heiligsten Plätze, der Legende nach steigen hier an einem großen Felsen mit uraltem Baum die Seelen der Verstorbenen nach Hawaiki auf.

Bei immer blauerem Himmel machten wir dann noch einen kurzen Hike an der Steilküste entlang bis oberhalb vom Te Werahi Beach. So genial die Aussicht! Viele Fotos später fuhren wir zur Spirits Bay, dort wollten wir auf der DOC-Campsite übernachten. Ein sehr schöner Platz ab vom Schuss und nur über 16 km Schotterpiste zu erreichen: Wiesen, ein paar Bäume, Hasen, Plumsklo immerhin mit fließendem Wasser zum Händewaschen, rechts vom kleinen Fluss Felsen, Berge und grasende Pferde, vor uns ein langer schöner Stand. Kaum hatten wir fertig gegessen, kam ein kurzer heftiger Regenschauer runter. Wir wollten eigentlich grade vor ans Wasser mit unserem Wein und den Sonnenuntergang anschauen… wir mussten etwas abwarten, danach war alles nass und die Sonne schon untergegangen, aber es war trotzdem eine schöne Stimmung am Strand.

Beim Frühstück stellen wir fest, dass wir den Cafe, den wir am Tag zuvor im Geckocafe in Kaitaia gekauft hatten, stehen lassen haben – ein Glück haben wir noch einen Rest von unserem eingeführten Elephant Beans Cafe 😉. Nach einem schönen Strandspaziergang mussten wir uns langsam von der Spirits Bay verabschieden und es ging die 100 km in den Süden zurück und bei Awanui auf der 10 Richtung Ostküste. Zuerst schauten wir uns aber noch den Giant Kauri Tree an, ein 45000 Jahre alter Swamp-Kauri, welcher so dick ist, dass eine ganze Treppe im inneren Platz hat.

Weiter durch Mangonui, wo wir natürlich einen Stopp beim berühmten Fisch & Chips Shop direkt am Wasser einlegten, bis zur Bay of Islands nach Paihia. Dort kamen wir gerade rechtzeitig an, um uns in der I-Site nach den Sunset Cruises zu erkundigen: wir hatten Glück in einer halben Stunde sollte eine 2-stündige Segeltour durch die Bay beginnen, für die wir uns spontan entschieden. Typischerweise macht man in der Bay of Islands eine Tagestour zu verschiedenen Inseln und zum Hole in the Rock, durch welches die Boote bei guten Bedingungen durchfahren können, aber uns waren 6 Stunden auf einem Boot mit vielen anderen Touris für 120 NZ $ pP es dann doch nicht wert. Außerdem sind wir noch so weiß (ich zumindest), dass wir uns bestimmt einen heftigen Sonnenbrand zugezogen hätten… Die sogenannte Sunset Cruise – Sunset ist um diese Jahreszeit erst 2 Stunden nach Tourende – war da genau das Richtige, zumal grade die Wolken wieder mehr aufrissen und die Bay in vielen Blau-Türkis-Grüntönen leuchten ließ. Luke, unser Skipper, eine Family mit 2 Kids und wir waren die einzigen an Board des Katamarans. Wir konnten leider nicht so weit rausfahren wie gehofft, da doch wieder dicke Wolken auftauchten und wir bekamen sogar ein paar Regentropfen ab, trotzdem war es eine schöne Stimmung in der Bay.

Die Nacht standen wir auf dem Waitangi Holiday Park, nicht weit von den Waitangi Treaty Grounds & Museum, dass wir uns am Sonntag anschauen wollten. Dies ist ein besonderer Ort in der Geschichte Neuseelands, da hier der Waitangi Treaty (Vertrag zwischen Māori und Briten) unterschrieben wurde. Neben dem Treaty Haus, dem Whare Runganga – mit Schnitzereien verziertes Māori Versammlungshaus – und dem wohl größten Kriegskanu der Welt, in welches 150 Krieger und 80 Ruderer passen, gibt es ein sehr interessantes Museum, in dem wir viel zur Geschichte Neuseelands erfahren haben. Interessant fand ich, dass die Probleme zwischen Māori und Briten zum Teil auf ein ganz unterschiedliches Verständnis von Landbesitz zurückzuführen sind: bei den Māori gehört das Land immer dem ganzen Stamm, der das Land nutzt und anderen zur Nutzung überlassen kann, es aber weiterhin besitzt. Im Gegensatz dazu stand das Landverständnis der Briten, dass das Land einer einzelnen Person gehört und diese es weiterverkaufen kann.

Erst am Nachmittag hatten wir alles angeschaut und fuhren weiter, es lag noch ein ganz schönes Stück Strecke vor uns, wir wollten es bis in den Süden von Auckland schaffen. Noch ein Fotostopp an den Hundertwasser-Toiletten in Kawakawa und bei schönen Lookouts an der traumhaften Küstenstraße, dann einmal quer durch die größte Stadt Neuseelands. Dieses Mal schafften wir es ohne Probleme ohne auf die Tollroute zu kommen.

Ziemlich geschafft kamen wir endlich gegen 8 am Orere Point an, wo es noch schnell ein paar Nudeln zu essen gab und nach ein bisschen Bilder sortieren ins Bett ging.

Im nächsten Artikel berichten wir dann von Coromandel.

 

2 thoughts on “Far North (Ninety Mile Beach – Cape Reinga – Spirits Bay – Waitangi – Orere Point)

  1. Hi ihr 2. Heute mal endlich etwas aufgearbeitet eure interessanten Artikel und gigantischen Fotos… den sternenhimmel möchte ich in Natur sehen! So schön. Wo lasst ihr nur die ganzen Eindrücke? Die Bilder flashen mich schon. Der Delphin Blick ist umwerfend. Lasst es euch weiterhin gut gehen. Und geniesst die letzten Wochen. LG Helga

  2. Juhu,

    komme erst jetzt wieder zu lesen… Aber die Bilder lassen einen träumen.
    Bin bei dem Resultat mega gespannt auf die Hochzeitsfotos für Maria und Alex :D
    Bei uns so weit alles gut, ganz schön für zu tun. Und das Wetter ist seit Tagen aber auch herrlich und lässt den Frühling rein.
    Am Samstag gehts dann zu Gugge Explosion und am Montag zum Rosenmontag in die Markthalle. Whoop Whoop :)
    Wir hoffen es geht euch gut und genießt weierhin die Zeit

    Denken an euch

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